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Quelle: Sonntagsjournal Bremerhaven vom 24.02.2002, Rubrik: Kulturelles

“Led Zep” liefern perfekte Illusion

Räucherstäbchen und Jasmintee gab es zwar nicht, trotzdem platzte das “Upstair” der Takelage fast aus allen Nähten als jetzt die Band “Led Zep” ganz im Zeichen ihrer großen Vorbilder die Musik von Led Zeppelin wieder aufleben ließen. Die fünf Musiker aus der Region zauberten die perfekte Illusion und holten Jimmy Page, Robert Plant, John Bonham und John Paul Jones zumindest musikalisch in die Seestadt. Besonders der original nachgespielte Sound und die unverwechselbare Stimme von Frontsänger Linus Benger begeisterten das Publikum.



Quelle: Nordwest-Zeitung Nordenham, Dienstag, 09. September 2003

Diesseits der himmlischen Rolltreppe

Coverband "Led Zep" sorgt für Hochstimmung in der Jahnhalle - Charismatischer Rock

Das Programm umfasste 20 Titel. Die Musiker aus Bremen und Bremerhaven standen 3 Stunden lang auf der Bühne.

"Whole Lotta Love" und "Stairway to Heaven" zählen zu den bekanntesten Titeln der legendären Hardrock-Formation "Led Zeppelin". Am Sonnabend findet die Auferstehung der im Jahre 1980 aufgelösten Band statt: “Led Zep” aus Bremen und Bremerhaven entzückt die alten und begeistert die neuen, jungen Rockfans in der Jahnhalle.
Das Rezept stimmt bei “Led Zep”. Die Coverband beherrscht bestens den Wechsel zwischen sanften, melodischen und balladesken Auftakten und einem druckvollen, lauten und fetzigen Rock der Spitzenklasse. Vor allem der charismatische Linus Benger mit seiner unglaublich nach Robert Plant klingenden Stimme bricht sofort das Eis. Ob hardrockgemäß hoch und laut oder ganz zart und einfühlsam, seine bärenstarke Stimme zeigt keine Schwäche. Die "Led Zeppelin"-Fans können bei geschlossenen Augen keinen Unterschied zu den Platten hören, die sie noch am Nachmittag abgespielt haben.
Allerdings imitiert Linus Benger nicht bloß, er gibt seinen eigenen Robert Plant. Es ist ein Genuss ihn dabei zu erleben, wie er "Whole Lotta Love" zelebriert und dabei das Publikum elektrisiert. Es hat "Gänsehautqualität", wie er die Treppen zum Himmel emporsteigt. Dass er dazu eine klasse Show abliefert, mit dem Mikrofon flirtet, sich auf dem Boden wälzt, das üppige, lange Haar in Szene setzt und das Publikum anheizt, verstärkt dessen Begeisterung.

Der zweite "Matchwinner" des Abends ist Gitarrist Maic Burkhard. Er läuft zur Hochform auf, nutzt die Chance, die ihm die Musik bietet und spielt sich in den Vordergrund. Dabei erzeugt er schier unglaubliche Töne, spielt sehr schnell und inspiriert und bringt die Stimmung immer wieder auf den Siedepunkt. Szenenapplaus, nicht nur der mitgereisten Fans, belohnt wieder und wieder seine tollen Soli. Burkhards Einsatz beim sehr langen, sehr guten "No Quarter" macht ihn in Nordenham zum Star.
Von hinten auf der Bühne drückt Frank Alpers mit seinem Schlagzeug aufs Tempo. Seine "Schießbude" ist schon beeindruckend eingerichtet, mit vielen Toms und einem Haufen "crashender" Becken. Wenn's sein muss, sorgt seine "Double Bass", das schnelle Bearbeiten der Basstrommel mit beiden Füßen abwechselnd, für Donnergrollen in der alten Turnhalle. Er kann aber auch anders, einfühlsam mit weichem Anschlag sanfte Liedpassagen unterstreichen und findet auch hin und wieder Zeit, das Publikum zum Mitklatschen zu animieren.
Fetzigen Rhythmus verbreiten außer ihm noch Sebastian Franke und Jürgen Hühnerfuß. Letzterer fällt mit seinen leiseren Percussion-Instrumenten nicht immer auf, hat aber spätestens beim nach Calypso klingenden "Fool In The Rain" seinen großen Auftritt.
Im Vordergrund seiner Bühnenseite steht der Bassist Sebastian Franke. Ein Könner seines Fachs. Bei manchen Titeln singt er die Zweitstimme zu Linus Benger. Franke verbreitet die für Bassisten übliche Coolness.
Zwanzig Titel, einschließlich zwei Zugaben, umfasst das Programm des Konzerts. Da "Led Zeppelin"-Titel aus einer Zeit stammen, in der nicht konfektionierte Drei-Minuten-Songs, sondern lange, komplexere "Opera Magna" geschrieben wurden, dauert es gut drei Stunden, bis der letzte Ton verhallt. Dem zahlreichen, wenn auch ausbaufähigem Publikum in der Jahnhalle bleibt die Erinnerung an einen tollen Musikabend und die Vorfreude auf den nächsten Auftritt von “Led Zep”.



Quelle: Kreiszeitung Wesermarsch Nordenham, Montag, 08. September 2003

Wuchtig und psychedelisch

“Led Zep” lassen Urzelle des virtuosen Hardrock wieder auferstehen.

"Led Zeppelin"? Von denen, die die 30 Lenze noch nicht überschritten haben, müssen manche drei Mal nachfragen, was gespielt wird. Wie wär's mal mit dem Besuch eines “Led Zep”-Konzerts? Die Besucher der Jahnhalle jedenfalls fühlten sich am Sonnabend zurückversetzt ins musikalische Reich der Hardrock-Veteranen.

Was die fünf aus dem Raum Bremerhaven, Cuxhaven und Bremen stammenden Musiker von “Led Zep” auf die Bühne bringen, ist nicht nur handwerklich gut. Das Quintett Linus Benger (Gesang), Maic Burkhard (Gitarre), Sebastian Franke (Bass), Frank Alpers (Schlagzeug) und Jürgen Hühnerfuß (Percussion) hat sich offensichtlich intensiv mit der Musik von "Led Zeppelin" auseinandergesetzt und versteht es ausgezeichnet, mit Klängen auch die Atmosphäre der vor allem in den 70er Jahren so erfolgreichen Hardrocker zu transportieren.
So lassen die Musiker mit Songs wie "Black Dog", "Communication Brakdown", "Rock'n'Roll" oder "Immigrant Song" den magischen Klang-Kosmos der "Led Zeppelin"-Mannen Jimmy Page, Robert Plant, John Bonham und John Paul Jones wieder auferstehen. Mit “Led Zep” gibt es noch einmal das volle Brett satten Hardrocks von einer der virtuosesten Zellen der Schwermetall Musik.

Der ganze Raum schwebt

Doch “Led Zep” verstehen sich nicht nur auf die wuchtigen Partien des Originals, sondern inszenieren auch die psychedelischen Passagen der "Led Zeppelin"-Songs so perfekt, als würde phasenweise der gesamte Raum in einem LSD-Trip schweben.
Nur einmal brechen “Led Zep” aus den Original-Songs aus. Doch der Steve Morse-Titel "Tumeni Notes" fügt sich nahtlos ein in das Programm. Für seine furiose solistische Leistung bekommt Gitarrist Maic Burkhard danach verdienten Sonderapplaus. Das Urteil eines Zuhörers fällt ebenfalls eindeutig aus: "Geil, Maic".
Nach einer Pause dauert es nicht lange, bis “Led Zep” die Stimmung noch über den Punkt hinaus hochgekocht haben, an dem sie vorher bereits brodelte. Ein ebenso krachendes wie in der Mitte abschwebendes "Whole Lotta Love" treibt die Temperatur sofort wieder in die Höhe. Den Gänsehautfaktor schiebt die Band dann mit dem unverzichtbaren "Stairway To Heaven" hinterher. Nicht nur hier überzeugt der authentisch wirkende Frontmann Linus Benger.
Logisch, dass es da nicht ohne mehrere Zugaben geht. Doch nicht nur die Zuschauer des von der Kreiszeitung präsentierten Konzerts sind zufrieden. Auch Drummer Frank Alpers bedankt sich anschließend beim Publikum für die begeisterte Aufnahme und beim Jahnhalle-Team für dessen gute Organisation.



Vorbericht zum Doppelkonzert Takelage 27. & 28.02.04

Quelle: Sonntagsjournal Bremerhaven vom 22.02.04, M. Löwner


A Whole Lotta Love

“Led Zep” sind am Freitag und Sonnabend in der Takelage zu hören

Bremerhaven (löw). Als vor 36 Jahren ein gefragter Sessionmusiker namens Jimmy Page in England die Idee hatte, eine eigene Band namens "Led Zeppelin" zu gründen, waren die 2 Musiker aus Bremerhaven, die am kommenden Wochenende in der Takelage zu hören sein werden, noch nicht mal in der Grundschule.

Inzwischen haben sich die kleinen Jungs zu gestandenen Musikern entwickelt, und dass die Band "Led Zeppelin" Musikgeschichte geschrieben hat, haben sie längst mitgekommen. Und längst mehr als das: Es gelingt ihnen perfekt, das musikalische Lebensgefühl der frühen 70er Jahre rüberzubringen. “Led Zep” nennen sich die vier heute - die Ähnlichkeit mit ihren Vorbildern ist beabsichtigt.
Jimmy Page übrigens fand 1968 ziemlich schnell einen Leadsänger für die Band, der hieß Robert Plant und brachte Kumpel John Bonham (Schlagzeug) mit in die Gruppe. Zusammen mit Bassist John Paul Jones waren sie "Led Zeppelin".
Nach anfänglichen Startschwierigkeiten landeten sie mit "Whole Lotta Love" auf Platz vier der amerikanischen Billboard Charts. Trotzdem waren die Kritiker der Band damals nicht wohl gesonnen, Radiosender ignorierten sie, und dennoch feierte "Led Zeppelin" unvergleichliche Erfolge in den siebziger Jahren. Für eine ganze Generation waren sie Sprachrohr der Gefühle, ihre Live-Shows hatten Kultstatus. Nach dem Tod John Bonhams 1980 trennte sich die Band, doch ihr Spirit beeinflusste viele Musiker bis in die heutige Zeit. Für Mike Burkhard, Frank Alpers, Sebastian Franke und Linus Benger ist die Musik von "Led Zeppelin" ein Lebensgefühl und eine Herausforderung, der sie sich mit “Led Zep” erfolgreich stellen. "Wir spielen ja alle noch in anderen Formationen, aber an Led Zep hängt unser Herz ganz besonders", sagt Schlagzeuger Frank Alpers.
Und so wird dann auch jeder Auftritt von “Led Zep” zur großen Show, die man nicht jedes Wochenende auf die Bühne bringen kann. Ganze drei Auftritte verzeichnete “Led Zep” im vergangenen Jahr, füllte das "Meisenfrei" in Bremen, die Jahnhalle in Nordenham und die Takelage im Schaufenster Fischereihafen. "Bei unserem Konzert in der Takelage im vergangenen Jahr mussten wir viele Fans wieder nach Hause schicken, weil es einfach zu voll war. Deshalb wollen wir am kommenden Wochenende am Freitag und Sonnabend unsere Show präsentieren", so Alpers. Und wieder wollen Gitarrist Mike Burkhard, Bassist und Keyboarder Sebastian Franke, Schlagzeuger Frank Alpers und Leadsänger und Gitarrist Linus Benger eine Special-Show auf die Bühne bringen und damit die Takelage in einen Nebel durchziehenden Konzertsaal im Stil der 70er Jahre verwandeln.
Wer dabei sein möchte, sollte sich bereits Karten im Vorverkauf sichern. Tickets gibt es in der Takelage, im Musikhaus Steiner (Lloydstr.) und im Rock-Cafe "Oldtimes" in der Fährstraße. Die Konzerte in der Takelage im Schaufenster Fischereihafen in Bremerhaven am 27. und 28. Februar beginnen um 21 Uhr.



Vorankündigung zum Doppelgig Takelage, 27. & 28.02.04

Quelle: Wesermarsch Magazin Nr. 123, Februar 2004


Bremerhaven: Takelage, 27. und 28. Februar, 21 Uhr

Led Zep

Es ist noch gar nicht so lange her, da waren sie in der Jahnhalle zu Gast und versetzten Fans der legendären "Led Zeppelin" zurück in selige Hard-Rock-Zeiten. Bei zwei "Heimspielen" sind die Musiker der Coverband “Led Zep” jetzt in der Takelage zu erleben.
Am Freitag und Sonnabend, 27. und 28. Februar, spielt die Gruppe in der Takelage im Schaufenster Fischereihafen in Bremerhaven. Möglicherweise lohnt sich für echte Fans sogar ein Besuch beider Konzerte. Denn am 28. Februar werden “Led Zep” möglicherweise ein Unplugged-Programm spielen. Darüber war das letzte Wort bei Redaktionsschluss allerdings noch nicht gesprochen.
So oder so, “Led Zep” sind einen Konzertbesuch wert - zumal Besucher von dieser Weserseite dank des Wesertunnels nicht mehr alle paar Minuten auf die Uhr schielen müssen, um die letzte Fähre nicht zu verpassen.
Bei ihrem Konzert in der Jahnhalle hinterließen “Led Zep” einen hervorragenden Eindruck. Auf den "Stairways to heaven" leisteten sie sich keinen Fehltritt, sondern erinnerten solide an Zeiten, in denen Rock'n'Roll noch unschuldig und dreckig aus dem Bauch kam - an Led Zeppelin eben.



Quelle: Sonntagsjournal Bremerhaven vom 29.02.04, (nst)

Purer Rock'n'Roll im Doppelpack

Bremerhaven (nst). Nichts ging mehr: Zwei ausverkaufte Konzerte gab die Bremerhavener Gruppe "Led Zep" am Freitag und Sonnabend in der "Takelage".

Wer glaubte, Rockmusik alter Prägung sei tot, wurde von den Musikern um Sänger Linus Benger eines Besseren belehrt.
Eine Gitarre, Bass und Schlagzeug, mehr braucht man auch heute nicht, um Power und Sound auf die Bühne zu bringen, die vom ersten und letzten Ton das Publikum mireißen. Auch wenn “Led Zep” ausschließlich Songs der 70er-Jahre Kultband "Led Zeppelin" spielen, hat das mit "Oldie-Musik" nichts zu tun. Es ist Rock'n'Roll pur, in zeitlos archaischer Form. Und den kann man nur dann spielen, wenn man ihn lebt, ihm sozusagen mit Haut und Haaren verfallen ist, die emotionale Kraft dieser Musik aufnimmt und umsetzt.
Die Vollblutmusiker von “Led Zep” können das und bewiesen auch in einem ausgedehnten Akustikteil ihre Klasse, ehe mit "Whole lotta love" das Finale eingeläutet wurde. In dieser Form und mit den heutigen technischen Möglichkeiten muss “Led Zep” allerdings auf eines aufpassen: Sie könnten besser als das Original werden und das würden eingefleischte Fans wohl übel nehmen.



Quelle: Nordseezeitung Bremerhaven, Sonnabend, 06.03.2004, R. Donsbach

Der Weltschmerz der weißen Jungs

Geisterbeschwörung mit "Led Zep"

A-u-aaaaaaaaajaaa - schon beim ersten spitzen Schrei des "Immigrant Song" gehen die Lichter in den Augen an. Knips! So wie es sich gehört. Vor einem Publikum wie diesem, entschlossen die Geister einer unbeschwerten Jugend zu beschwören und sich zu amüsieren, müssen “Led Zep” keine Zeit darauf verschwenden, groß vorzuglühen.

Sie waren alle da, in der Bremerhavener Takelage. Der in Lederjacke (Kragen auch drinnen hochgeschlagen), mit Ohrringen und Haar-Gel dem Alter trotzende und an seinem Machotum schwer tragende Altrocker. Die an der Seite solcher Männer verblühten Ex-Bräute, denen "A whole lotta love" wie ein uneingelöstes Versprechen aus der Vergangenheit in den Ohren klingen muss, mit der festen Absicht, zumindest für die Dauer dieses Abends in Gesellschaft der alten Freundin und ein paar Drinks noch einmal daran zu glauben: "Squeeze me baby, ‚till the juice run down my legs". Außerdem: Ein Fashin-Punk mit blondiertem Iro und knöchellangem Lackmantel und - natürlich - das Heer der jeglichem Styling längst entsagte Pullunder- und Karierte-Hemden-Besitzer.

Paten des Grunge-Rock

Die Band ist tight, druckvoll, gut beieinander und voller Spielfreude. Auch wenn einiges des alten Zeppelin-Materials heute reichlich verdaddelt klingt und kaum mehr Bestand hat. Sei's drum. Seitdem Grunge-Rocker wie Mudhoney, Soundgarden, Nirvana und Pearl Jam die Gruppe Led Zeppelin als prägenden Einfluss genannt haben, hat die ganze Sache auch zeitgeistig wieder für einen flüchtigen Moment Glanz bekommen.
Sänger Linus Benger, der sich optisch immer mehr Robert Plant annähert, hält stimmlich sicheren Kurs zwischen white boys Weltschmerz, erotischer Inszenierung und Kreiiisch!, voller Hingabe, stark an der 12-Saitigen und von mir aus könnte die Performance ruhig noch großkotziger werden - Led Zeppelin waren immerhin diejenigen, die Rock-Musik zum exhibitionistischem Ego Trip gemacht haben. Orgastischer Blues Rock, der als Messe zelebriert gehört. Wenn der Bombast dann noch durch einen Schuss Ironie erträglicher gemacht wird, umso besser.

Double-Bass-Gewitter

Drummer Frank Alpers, der Melone trägt, Double-Bass-Gewitter erzeugt und wie ein Uhrwerk die Felle drischt, kommt im zweiten, akustischen Set auch stimmlich mehr nach vorne und kann sich dabei jederzeit auf den klasse in die Magengrube ausgesteuerten Bass von Sebastian Franke verlassen.
Der junge Maic Burkhard macht unterdessen einmal mehr deutlich, dass er als Gitarrist in der Stadt zurzeit dass Maß aller Dinge ist. Tonnenschwere Riffs und mindblowing Soli gehen ihm so mühelos und völlig ohne Posing von der Hand, dass es eine Freude ist. Schade nur, dass er sein Talent in Kapellen wie Hitpara.de verschwendet und musikalisch noch nicht zu sich selber gefunden hat. Covern, das ist eine Sache, und wenn es so gut gemacht ist - prima. Die Stunde der Wahrheit kommt aber erst dann, wenn man sich bekennt. So oder so.



Kritik zum Columbusbahnhofgig

Quelle: Nordseezeitung Bremerhaven, Montag, 08.03.04, (kik)

Mit Glamrock die alte Zeit beschworen

...........zupften Finger imaginäre Gitarrensaiten, als die Gruppe "Led Zep" die Musik der Vorbilder "Led Zeppelin" bravourös aufleben ließ........



Quelle: Kreiszeitung Wesermarsch Nordenham, Dienstag, 01. Februar 2005

Grinsend auf Wolke sieben

Eine Schippe Dreck und ein Stück vom Himmel: "Led Zep" geben in Jahnhalle mitreißendes Konzert

Nordenham (gl). Rockmusik hat idealerweise etwas zu tun mit langen Haaren, mit Schweiß und einer satten Schippe Dreck. All das verkörperten - auf musikalisch oftmals unterschätztem Niveau - "Led Zeppelin". Räucherstäbchengeschwängerte Luft, schäbige Matratzen in finsteren Partykeller: lang, lang ist's her. Oder auch nicht. In der Jahnhalle gab es jetzt zwar keine alten Matratzen. Aber es gab "Led Zep".

Die Musiker von “Led Zep” kommen aus Cuxhaven, Bremerhaven und Bremen. Vor knapp anderthalb Jahren waren sie schon einmal zu Gast in der Jahnhalle. Es muss sich herumgesprochen haben, dass da eine Band am Werk war, die mühelos 20 Jahre wegpustet als seien sie nur ein Augenblick.
Voll war's am Sonnabend, als “Led Zep” zum zweiten Mal auf der Jahnhallen-Bühne rockten. Und all diejenigen, die die Band weiterempfohlen hatten, brauchten sich keine Sorgen zu machen, ob ihres Tipps mit einer Modern-Talking-Platte erschlagen zu werden. “Led Zep” räumten ab bis tief in die Nacht - mit langen Haaren, Schweiß und einer satten Schippe Dreck. Rock 'n' Roll eben.

Die Sache mit den langen Haaren trifft nur auf Sänger Linus Benger und Drummer Frank Alpers zu; die Matte krönt letzterer mit einem Hut, und beide tragen sie Westen auf nacktem Oberkörper. Stilecht.
Sebastian Franke hat gar keine Haare. Macht nix. Dafür spielt er einen astreinen, druckvollen Bass. Tja, und dann ist da noch Gitarrist Maic Burkhard, frisurtechnisch irgendwo im Mittelfeld anzusiedeln, ein junger Spund, von dem man annehmen möchte, dass er "Led Zeppelin" nur aus Erzählungen seiner größeren Brüder kennt. Und dann greift dieser Bursche, die von Jimmy Page bevorzugte Gibson Les Paul kalt lächelnd verschmähend, zur knallroten Fender Stratocaster und spielt, dass einem die Kinnlade herunterklappt bis auf die Schuhsohlen.
Jeder Hobbygitarrist im Publikum konnte angesichts dieser Bravourleistung nur grün vor Neid zu dem Schluss kommen, dass es das Beste sein wird, die eigene Klampfe in die Ecke zu stellen oder sie meistbietend bei Ebay zu versteigern. Maic Burkhard ist ein exzellenter Techniker. Davon gibt es viele. Bei ihm kommt aber auch noch ein unglaubliches Gespür für Timing dazu. Und so staunte das Publikum über einen Eins-plus-mit-Sternchen-Gitarristen wie man ihn nicht alle Tage zu hören bekommt. Große Klasse.
Am Schlagzeug war unterdessen Frank Alpers eine Bank. Sänger Linus Benger nahm man den Robert Plant jederzeit ab. Mit einem ausgedehnten Unplugged-Part erinnerte die Band daran, dass “Led Zeppelin” nicht nur für Hauruck-Rock standen. Ein furioses "Whole lotta love" ließ die Halle vollends brodeln. Und als “Led Zep” den Mega-Klassiker "Stairway to heaven" anstimmten, da war er so, wie man ihn sich vorstellt, den Rock 'n' Roll-Himmel, in dem vielleicht just in diesem Moment John Bonham auf Wolke sieben saß, den Stick zwischen seinen Fingern rotieren ließ wie Kollege Alpers und grinsend herunterblickte auf eine glückliche Rock-Gemeinde: Besser, seufzt er, besser hätten wir's auch nicht hingekriegt.